Goldader unter dem Technikum Analytikum

Wissenschaftler der Fakultät für Chemie und Mineralogie haben durch einen Zufall herausgefunden, dass das Technikum Analytikum wahrscheinlich direkt auf einer Goldader erbaut wurde. Aus einem Scherz heraus haben Chemiker der Technischen Chemie eine Bodenprobe genommen und diese analysiert. Dabei stellten sie einen ungewöhnlich hohen Gehalt an Gold in der Probe fest. Was nach dieser interessanten Entdeckung geschehen soll, ist noch unklar.

Da das Grundstück der Universität Leipzig gehört, jedoch vom SIB (Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement) verwaltet wird, ist erst ein Gutachten desselbigen von Nöten, um eine weitere Vorgehensweise anzuleiten. In den nächsten Wochen werden weitere Bodenanalysen vorgenommen um den Gehalt des wertvollen Metalls im Boden zu verifizieren.

Trotz dieser überraschenden Entdeckung befürchtet nun aber das Professorenkollegium der Fakultät für Chemie und Mineralogie einschneidende Konsequenzen für das Technikum Analytikum. Professor Kohlmann aus der anorganischen Chemie meint dazu: „Es ist denkbar, dass sich das SIB für den Abriss des Gebäudes entscheidet, um die Metallvorkommen aus der Erde zu gewinnen. Würde dies passieren, so wäre ebenso ungeklärt, wem der Gewinn zu Gute käme.“

Laut dem Dekan der Fakultät für Chemie und Mineralogie würde die Abtragung des Goldes zukünftig eine erhebliche Einschränkung des Wissenschaftsbetriebes bedeuten. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter, Wissenschaftler und Institute befinden sich schließlich im Technikum Analytikum.

Einige Professoren und der Fachschaftsrat der Chemie und Mineralogie haben bereits eine Stellungnahme an das SIB sowie an das Rektorat der Universität Leipzig gerichtet. Hierbei fordern sie den aus dem Goldabbau erhaltenen Gewinn zum Erhalt der von Kürzung betroffenen Stellen einzusetzen.

Mitglieder des Chemieelferrates e.V. verwundert der Fund nicht. „Die Chemie in Leipzig besitzt schon immer eine Goldader. Schließlich ist die Farbe ‚Gelb‘ des Elferrates an die des Goldes angelehnt. Schon vor 53 Jahren hatten einige unserer Mitglieder den Verdacht, dass es Gold auf dem Gelände gibt, konnten es jedoch nicht nachweisen.“ So der ehemalige Chef des Chemieelferrates Fabian Hofmann. „Die einzige Goldader, die ich kenne entspringt seit 39 Jahren der Destille, nämlich in Form von fein-herbem Pils!“ Dies behauptet zumindest André Götze, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Studentenclubs Destille e.V..

Die Entdeckung einer Goldader auf dem Geländer der Chemiefakulät bringt zwar einen Hauch von Ironie mit sich, bleibt aber eine erstaunliche Laune der Natur. „Es ist doch erstaunlich, dass gerade wir Naturwissenschaftler uns so oft wünschen aus Dreck Gold machen zu können und dabei liegt es einfach unter unseren Füßen.“ Diese Worte einer Mitarbeiterin des Technikums Analytikums können die Gesamtsituation wohl nicht besser beschreiben.